Patriachat ist ein Unwort

Der Begriff “Patriachat” ist ein Unwort (Misnomer) für ein menschenfeindliches Gesellschaftssystem, welches die Steigerung von Prokreation (Geburten), sowie wirtschaftlicher und militärischer Stärke zum Ziel hat, deren extreme Ausprägung Faschismus ist. Dabei werden Frauen übermässig submissive-sorgende Rollen (z.B. als Mütter) und Männern übermässig dominant-aggressive Rollen (z.B., als Soldaten) zugewiesen. Darunter leiden und profitieren beide (!) Geschlechter auf unterschiedliche Weise, auch wenn Männer selbst  den Eindruck haben, dass sie dieses System beherrschen, ohne die Bereiche zur Kenntnis zu nehmen oder darüber zu sprechen, in denen sie benachteiligt werden (z.B. Sorgerecht, Verurteilung bei Verbrechen). Daher ist der Begriff des Patriachats (Väter-/Männerherrschaft) irreführend.

Gegenseitige Schuldzuweisungen können als Einstieg in eine Diskussion dienen, sind jedoch vereinfacht und werden die grundlegenden Probleme auf Systemebene nicht lösen, da geschlechtsspezifisches Verhalten ko-dependent ist (cf Hypergamie). Ich vermute, zum Beispiel, dass dem Streben nach Macht und Reichtum von Männern stark entgegengewirkt werden könnte, wenn junge, attraktive Frauen bescheidene, arme Männer ohne Aufstiegsambitionen bei der Partnerwahl bevorzugen würden. Ähnlich könnten sich auch Veränderungen der Schönheitsideale bei der Partnerwahl von Männern auf die Gesundheit, zB. Häufigkeit von Essstörungen, bei Frauen auswirken, wenn diese molligere oder muskulösere Frauen bevorzugen.

Dass das Problem auf Systemebene liegt kann man aus dem Gedankenexperiment ableiten, dass im Konflikt zwischen Gesellschaften mit unterschiedlichem Grad an patriarchalen Strukturen, wahrscheinlich diejenigen als Sieger hervorgehen, welche in der Tendenz patriarchaler sind. Zur Verdeutlichung möchte ich zwei extreme Beispiele anführen:

A) eine Patriachale Gesellschaft, welche Frauen (Mütter) in Rollen drängt, die dazu dienen Kinder (gebären) aufzuziehen, und Männer (Väter) zu arbeiten und zu kämpfen,

B) eine Anti-patriachale Gesellschaft, welche Männer (Väter) in Rollen drängt, die dazu dienen Kinder aufzuziehen, und Frauen (Mütter) zu arbeiten und zu kämpfen.

Ich vermute, dass im Wettbewerb dieser zwei Gesellschaftsformen Form A) (“Patriachat”) über die Form B) (“Anti-Patriarchat”) langfristig dominieren wird. Da für das Geburtenwachstum einer Gesellschaft Frauen der begrenzende Faktor ist, ist es im Interesse einer Gesellschaft deren Leben mehr zu schützen als das Leben von Männern. Ich sage diese bewusst nicht im Sinne vor, dass das richtig oder gut ist (naturalistischer Fehlschluss), sondern auf Grund von theoretischen Überlegungen und anthropologischen Beobachtungen.

Im Gegensatz dazu, geht der Begriff Kyriarchie (Kyriachy) davon aus, dass sich viele unterschiedliche Dimensionen von Unterordnung und Dominanz überlagern und dazu führen können, dass eine Person in einem Kontext dominiert (z.B. Männer und beruflicher Aufstieg) und in einem anderen Kontext unterdrückt (z.B. Männer und Sorgerecht für Kinder, Verurteilung bei Verbrechen) wird. [1]

Anmerkungen:

  • Ich denke, dass die Weisung “Frauen und Kinder zuerst” bei Katastrophen weniger moralisch begründet ist, sondern  evolutionär, da in gesellschaftlichen Notfällen, damit das Überleben einer Gesellschaft begünstigt wird. Wenn es um Gerechtigkeit, z.B. den Schutz von Schwachen, gehen würde, hätte man auch die Anweisung “Schwache und Kranke” verwenden können. Dies scheint jedoch in (westlichen) Gesellschaften nicht üblich zu sein. Darüber hinaus haben erwachsene Männer in physischen Katastrophenfällen auf Grund ihrer im Durchschnitt höheren köperlichen Leistungsfähigkeit vermutlich eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit.

Quellen:

[1] https://en.wikipedia.org/wiki/Kyriarchy

http://wilmarigl.de

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